Totale Qualität

When the “corporate warrior” dies….(For the victims of Karoshi)

Fragmente:

Statistische Qualitätskontrolle gibt es bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts. Sie fand zuerst Anwendung auf Probleme der Massenfabrikation, hier vorallem die Waffenproduktion und Produktion von Ersatzteilen für militärische Zwecke (s.a. War in the Age of Intelligent Machines (New York 1990).

Die Theorie der Qualitätssicherung, deren Grundzüge seitdem nahezu unverändert gelten, wurde in den 30er und 40er Jahren des 20.Jahrhunderts entwickelt und in die Forschung eingeführt (Bspw. Zusammengefasst im 1935 erschienen Werk des Briten Egon Pearson: The Application of Statistical Methods to Industrial Standardisation and Quality Control).

Die Ideen, die in ISO 9000ff. kulminieren, stammen aus dem „military procurement“ und erfuhren mit der Theorie der „sequential analyses“, die Abraham Wald 1943 auf Anfrage der amerikanischen Militärs für das Management der militärischen Ausrüstung entwickelte, ihren Durchbruch.

Kaizen, oder wollt ihr…?

Wichtigste Grundlagen sind: Prozess-, Kunden- und vorallem Mitarbeiterorientierung. Desweiteren sind funktionsüberschneidende Zusammenarbeit und die Notwendigkeit von Standardisierung für die kontinuierliche Verbesserung von Bedeutung. Die anfangs entscheidende Basis, ist die grundlegende Veränderung von Einstellungen, des Denkens und des Handelns.

Gruppenarbeit wurde als Humanisierung der Lohnarbeit thematisiert, in gewerkschaftlichen Kreisen wurde dem oft Glauben geschenkt. Das gipfelte in Aussagen wie: „Durch die Einsicht, dass Identifikation und Motivation wichtige Elemente einer effektiven Produktion, Entwicklung und Administration sind, gibt es neue Chancen einer Verbindung von Humanisierung der Arbeit und Demokratisierung des Betriebs einerseits mit einer höhren Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie andererseits.“ (Der Gewerkschafter, 10/94)

Oder wie es es in einer Studie der Uni Freiburg ausgedrückt wird: „Man muss sich darüber im klaren sein, dass Qualitätsmanagement nur ein Ziel verfolgt: Rentabilitätsprobleme lösen. (…) Man könnte argumentieren, Qualitätsmanagement sei eine dem Zeitgeist angepaßte Methode, den Konflikt zwischen Beschäftigten und Unternehmer – zugunsten der letzteren – neu zu entscheiden; der Trick ist, die Beschäftigten sollen durch die eigene Motivation entscheidend dazu beitragen, ohne, dass sie es merken. (…) Qualitätsmanagement als neue „ganzheitliche“ Form der Ausbeutung mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung“.

Das dies nicht so funktioniert – wie gewollt und erhofft – zeigen die oben erwähnten Experimente mit der Gruppenarbeit in der Automobilindustrie in den 90er Jahren: Dort entdeckten Gewerkschafter und Soziologen zu ihrem Schrecken eine <Flucht in den Taylorismus> bei den ArbeiterInnen selbst, d.h. die ArbeiterInnen waren gar nicht so scharf darauf, ständig neues zu lernen und zu machen, ständig zu wechseln etc., weil das ja u.a. ungeheure Konzentration verlangt und nie eine Routine entstehen kann. Die Beschäftigten waren weder bereit, ihr informelles Wissen preiszugeben, noch der Ideologie an Selbstververwirklichung in der Arbeit Glauben zu schenken. Sie rationalisierten und routinierten die Arbeitsabläufe weiterhin FÜR SICH SELBST (…um fertig zu werden, um Abstand zu gewinnen…). Das Schlagwort der Entfremdung in der Arbeit nötigte ihnen nur ein müdes Lächeln ab.

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